Kommunikationswissenschaft

Kommunikationswissenschaft beschäftigt sich mit den sozialen Bedingungen, Folgen und Bedeutungen von medialer, öffentlicher und interpersonaler Kommunikation. Sie ist eine theoretisch und empirisch arbeitende Sozialwissenschaft mit interdisziplinären Bezügen. Sie leistet Grundlagenforschung zur Aufklärung der Gesellschaft im Bereich der Medien, trägt zur Lösung von Problemen der Kommunikationspraxis durch angewandte Forschung bei und erbringt Ausbildungsleistungen für eine seit Jahren dynamisch wachsende Medien- und Kommunikationsbranche. Geschichte, Gegenwart und Zukunft der gesellschaftlichen Medien- und Kommunikationsverhältnisse stehen im Mittelpunkt von Forschung und Lehre.

Mit der quantitativen Expansion der Kommunikationswissenschaft seit den 1970er Jahren diffundierte das Fach gleichzeitig qualitativ hinsichtlich der Gegenstandsbereiche, Theorien und Methoden. Die Ausweitung von Kommunikationsphänomenen in unserer Informations- und Mediengesellschaft fordert die Kommunikationswissenschaft als integrative Querschnittswissenschaft stark heraus. Der dynamische Strukturwandel von Kommunikation und Medien wird u. a. vorangetrieben durch technologische Entwicklungen (z. B. Digitalisierung, Online-Plattformen, Infrastruktur für crossmediales und mobiles Publizieren und Rezipieren sowie alle einhergehende individuelle, personalisierte Medienproduktion und Mediennutzung; Social Media, technische Hybridisierung bisher traditionell getrennter Medien wie TV, Internet, Telefon und Computerapplikationen), soziale und gesellschaftliche Veränderungen (z. B. Bereitschaft zu Partizipation und Mitwirkung, virtuelle Nähe, Wechselspiel von Anonymität und Transparenz), soziodemographische Faktoren (z. B. alternde Bevölkerung) und ökonomische Kontexte (z. B. fortschreitende Differenzierung und Spezialisierung in der Medienbranche, neue Geschäftsmodelle für Medienunternehmen, wachsende Bedeutung von Kommunikation und Medien in gesellschaftlichen Organisationen und Unternehmen).

In den letzten 100 Jahren wurde die deutsche Kommunikationswissenschaft auch immer internationaler. Deutsche Kommunikationswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler sind prominent auf internationalen Tagungen präsent und publizieren breit in internationalen Fachzeitschriften. Sie kooperieren zunehmend mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Ländern und in internationalen Forschungsprojekten.