Kommunikation im Medienwandel – Erwartungen an Forschung und Ausbildung in Deutschland

 

Öffentliche Podiumsdiskussion zum Auftakt der Tagung
„100 Jahre Kommunikationswissenschaft in Deutschland“

Mittwoch, 30. März 2016
17.00 bis 19.00 Uhr

Zeitgeschichtliches Forum Leipzig – Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland
Grimmaische Straße 6
04109 Leipzig

 

Programm                                                                                                                                           

 

17.00 Uhr Eröffnung

  • Oliver Quiring, Professor für Publizistik an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz und Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Publizistik und Kommunikationswissenschaft (DGPuK)

 

17.05 Uhr Impuls

  • Carsten Brosda, Staatsrat für Kultur, Medien und Digitales der Freien und Hansestadt Hamburg

 

17.20 Uhr Podiumsdiskussion

  • Carsten Brosda, Staatsrat für Kultur, Medien und Digitales der Freien und Hansestadt Hamburg

  • Karola Wille, ARD-Vorsitzende und Intendantin des Mitteldeutschen Rundfunks

  • Kay Oberbeck, Director Communications & Public Affairs Google Nordeuropa

  • Georg Löwisch, Chefredakteur der taz

  • Annekatrin Bock, Nachwuchssprecherin der Deutschen Gesellschaft für Publizistik und Kommunikationswissenschaft

  • Stephan Ruß-Mohl, Professor für Kommunikationswissenschaft an der Universität Lugano und Leiter des European Journalism Observatory 

 

  • Moderation: Wolfgang Schulz, Professor für Rechtswissenschaft an der Universität Hamburg, Direktoriumsmitglied des Hans-Bredow-Instituts für Medienforschung

 

Das Thema

 

Medien, Internet und öffentliche Kommunikation prägen unsere Gesellschaft mehr denn je. Themenkarrieren und Skandalisierungen entscheiden über Erfolg und Misserfolg in Politik, Wirtschaft und Kultur. Dabei wird die Meinungsbildung längst nicht mehr nur die Spielregeln der klassischen Massenmedien, sondern auch durch soziale Netzwerke im Internet, direkte Dialoge zwischen Politikern bzw. Unternehmen und ihren Bezugsgruppen und die Kommunikation von Bürgern untereinander beeinflusst. Die Kommunikationswissenschaft bietet zahlreiche theoretische und empirische Analysen und Lösungsansätze an und bildet Nachwuchs für den Medienbereich aus – doch sind ihre Angebote und Leistungen auch das, was gesellschaftlich notwendig ist? Welche Erwartungen haben Medienpolitik, Medienwirtschaft und Gesellschaft an die Kommunikationswissenschaft der Zukunft?

 

Die Diskutanten

 

Dr. Carsten Brosda ist seit dem 1. März 2016 Staatsrat für Kultur, Medien und Digitales der Freien und Hansestadt Hamburg. In den vergangenen fünf Jahren leitete er das Amt Medien in der Hamburger Senatskanzlei. Zuvor arbeitete er von 2010 bis 2011 beim SPD-Parteivorstand als Abteilungsleiter Kommunikation und von 2005 bis 2009 im Bundesministerium für Arbeit und Soziales (zunächst als Leiter des Referates Reden, Texte und Analysen, dann als stellvertretender Leiter des Leitungs- und Planungsstabes). Promoviert hat er zum Thema „Diskursiver Journalismus“ an der Technischen Universität Dortmund.

 

Prof. Dr. Karola Wille ist seit Januar 2016 Vorsitzende der ARD und seit November 2011 Intendantin des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR). Ab 1996 arbeitete sie als Juristische Direktorin des MDR, in dieser Funktion leitete sie 1997 und 1998 die Juristische Kommission von ARD und ZDF. Ab 2003 war sie Abwesenheitsvertreterin des MDR-Intendanten. Daneben hat die promovierte Juristin an der Universität Leipzig seit 2002 die Honorarprofessur für Medienrecht inne, schon seit 1997 hatte sie dort einen Lehrauftrag am Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft​.

 

Kay Oberbeck verantwortet seit 2006 als Head of Communications & Public Affairs die Unternehmenskommunikation von Google in Deutschland, Österreich, Schweiz und Skandinavien. Zuvor war er drei Jahre Director PR & IR von Lycos Europe. Als Unternehmenssprecher und Director PR war er zudem tätig für Tomorrow Focus, nachdem er 1994 bis 2000 bei Axel Springer als stellvertretender Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit arbeitete.

 

Georg Löwisch ist seit 2015 Chefredakteur der taz. Er studierte Journalistik und Afrikanistik an der Universität Leipzig, war freier Reporter für Zeitungen und ARD-Radios sowie Korrespondent für den Fachdienst epd medien. Nach einem Volontariat und etlichen Jahren als Reporter und Ressortleiter bei der taz war er von 2012 bis 2015 beim politischen Magazin Cicero als Textchef und Autor tätig. Nebenbei lehrt er an der Universität der Künste in Berlin und an der Henri-Nannen-Schule in Hamburg.

 

Dr. Annekatrin Bock ist zusammen mit Christian Strippel die Sprecherin des Nachwuchses der Deutschen Gesellschaft für Publizistik und Kommunikationswissenschaft (DGPuK). Sie arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Georg-Eckert-Leibniz-Institut in Braunschweig und leitet dort das Arbeitsfeld Medienwandel, zudem ist sie stellvertretende Leiterin der Abteilung Schulbuch als Medium. Promoviert hat sie über Produktion, Vermarktung und Rezeption US-amerikanischer Fernsehserien.

 

Prof. Dr. Stephan Ruß-Mohl ist seit 2002 Professor für Journalismus und Medienmanagement an der Università della Svizzera italiana in Lugano (Schweiz) und forscht vor allem zu Qualitätssicherung im Journalismus, Redaktionsmanagement, Medienjournalismus und Medienökonomie. Seit 2004 kümmert sich als Direktor der inzwischen zehnsprachigen Plattform des European Journalism Observatory darum, die Kluft zwischen Medienforschung und Medienpraxis zu verringern. Er schreibt regelmäßig u.a. für die Neue Zürcher Zeitung, den Tagesspiegel und standard.at.

 

Prof. Dr. Wolfgang Schulz hat seit 2011 die Universitätsprofessur „Medienrecht und Öffentliches Recht einschließlich ihrer theoretischen Grundlagen“ an der Fakultät für Rechtswissenschaft der Universität Hamburg inne und forscht am Hans-Bredow-Institut für Medienforschung der Universität Hamburg, wo er auch Mitglied des Direktoriums ist. 2012 wurde er zudem als Direktor des Alexander von Humboldt Instituts für Internet und Gesellschaft in Berlin berufen.